Häufig gestellte Fragen

Gangtherapie – das kann für viele Menschen, die sich noch nicht damit befasst haben bzw. sich noch nicht damit befassen mussten, ein sehr komplexes Thema sein. Oft tauchen viele Fragen auf, von denen wir die üblichen und gängigsten hier gerne beantworten möchten.

Mit unserem Gangtherapie-Finder wissen Sie genau, wo in Ihrer Nähe sich ein spezialisiertes Zentrum befindet, in dem evidenzbasierte, moderne Gangtherapie angeboten wird.
Im Bereich Links findet sich eine Liste von Selbsthilfegruppen und lokalen Ansprechpartnern.
Wir versuchen, uns auf einen Kern von relevanten klinischen Studien zum Wiedererlangen der Gehfähigekeit zu beschränken. Ein guter Anhaltspunkt für mehr wissenschaftliche Literatur sind die Literaturnachweise in den Metastudien von Mehrholz (z.B. 2012, 2013, 2014, etc.), oder Hömberg (2005). Sie können die Berücksichtigung einer spezifischen Studie auch via Kontaktformular anfragen.
Alle wichtigen Rehabilitationsmaßnahmen müssen eigentlich von der Krankenkasse übernommen werden. Die Vergütung der neurologischen Rehabilitationsmaßnahmen erfolgt in Deutschland nach DRG (Fallpauschalen), in der Schweiz und in Österreich ist dies (noch) nicht überall der Fall. Im Fallpauschalensystem haben Kliniken, die es sich leicht machen wollen, leider einen latenten Anreiz, an Therapiemaßnahmen zu sparen. Die Vergütung moderner Rehabilitationsmaßnahmen, zum Beispiel ambulante Intensivtherapie oder Robotik, ist nicht im Heilmittelkatalog geregelt, da dieser dem momentanen Wissensstand viele Jahre hinterherhinken kann und Kostenerhöhungen im heutigen politischen Umfeld immer sehr schwierig umsetzbar sind.

Schauen und hören Sie genau hin und sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Therapeuten. Wenn Ihr Antrag auf Verlängerung der Rehabilitationsmaßnahmen oder Kostengutsprache für spezifische Therapieverfahren abgelehnt wurde ist dies noch nicht das Ende. Ihr behandelnder Arzt oder Therapeut kann Sie dabei beraten, wie Sie bei der Krankenkasse das Recht auf Einzelfallbeurteilung erwirken können. Unter Umständen lohnt es sich, einen Rechtsbeistand beizuziehen, da gewisse Kassen dafür bekannt sind, sich aus Prinzip in erster und zweiter Instanz quer zu stellen.

Mit Robotik lässt sich deutlich intensiver trainieren auf dem Laufband, und die individuelle Leistungsgrenze kann viel genauer angesteuert werden. Robotikgestütztes Gangtraining und Laufbandtraining sind jedoch beides sehr wichtige Therapiearten bei der Rehabilitation der Gehfähigkeit.
Weltweit gibt es Millionen von Menschen, die aufgrund einer neurologischen Indikation gehbehindert sind. Die Therapieziele müssen von einer Fachperson individuell beurteilt werden, denn sie können je nach Situation sehr unterschiedlich sein (eine MS Patientin möchte vielleicht möglichst lange unabhängig bleiben, ein Schlaganfallbetroffener endlich wieder selber einkaufen gehen, ein Patient mit komplettem Querschnitt kann vermutlich nie wieder gehen, möchte durch Gangtraining aber seine Zirkulation und seine Beweglichkeit verbessern, etc.)

Wichtig ist, dass durch Gangtraining alltagsrelevante Fähigkeiten geübt und verbessert werden. Eine Auswahl von alltagsrelevanten Therapiezielen finden Sie hier.

Therapie findet mit dem Therapeuten in Betreuung statt, Training teilweise nur noch unter Aufsicht oder unabhängig. Gezieltes, individuelles, und unabhängiges Training des Patienten an der Leistungsgrenze ist unabdingbar, um eine rasche und möglichst vollständige Rekonvaleszenz der Gehfähigkeit zu erwirken. Die Therapie alleine reicht nicht! Sprechen Sie sich mit Ihrem Therapeuten ab – verlangen Sie nach „Hausarbeiten“! Sie können Sich dazu auch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe austauschen.

Ihre Frage ist nicht dabei? Dann fragen Sie uns persönlich. Ganz einfach mit unserem Kontaktformular.